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Endlich "West-Tarif" zahlen

Brandenburger Krankenhäuser

Endlich "West-Tarif" zahlen

Gewerkschaft ver.di fordert in Tarifverhandlungen:
Brandenburger Krankenhäusern sollen endlich „West-Tarif“ zahlen

In dieser Woche werden die Tarifverhandlungen für die rund 1.500 Beschäftigten der Klinikum Frankfurt (Oder) GmbH am 12. Februar 2019, für die rund 2.000 nicht ärztlichen Beschäftigten der Carl-Thiem-Klinikum Cottbus gGmbH am 13. Februar 2019 und für die rund 1.600 Beschäftigten der Asklepios Fachkliniken Brandenburg GmbH am 14. Februar 2019 fortgesetzt.

Bei allen drei Kliniken fordert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für die insgesamt rund 5.100 Beschäftigten die Übernahme der Tariftabellen des öffentlichen Dienstes bzw. die Angleichung des Tarifniveaus an das Niveau des TVöD-Kommunal.

Bei dem kommunalen Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus bedeutet dies, dass die Löhne ab 1. April 2019 um 10 bis 11 Prozent bzw. bei einer Krankenschwester in Vollzeitbeschäftigung um durchschnittlich 300 EUR pro Monat angehoben werden müssen, um das ab 1. April 2019 gültige Tarifniveau des öffentlichen Dienstes zu erreichen.

Bei der Asklepios Fachkliniken Brandenburg GmbH, die zum privaten Asklepios-Konzern gehört und im Jahr 2006 die drei psychiatrischen Landeskliniken (Brandenburg a.d.H., Teupitz und Lübben) übernommen hatte, bedeutet die Tarifforderung, dass die Löhne für eine Pflegefachkraft in der Psychiatrie ab April 2019 um durchschnittlich 13 Prozent bzw. um durchschnittlich 380 EUR pro Monat angehoben werden müssen, um das ab 1. April 2019 gültige Tarifniveau des öffentlichen Dienstes zu erreichen.

Bei der Klinikum Frankfurt (Oder) GmbH, die zum 1. Januar 2002 von der Stadt Frankfurt (Oder) an den privaten Rhön-Konzern verkauft wurde, bedeutet die Tarifforderung, dass die Löhne bei einer Pflegefachkraft um rund 11 Prozent bzw. um durchschnittlich 322 EUR monatlich erhöht werden müssen, um das ab 1. April 2019 gültige Tarifniveau des öffentlichen Dienstes zu erreichen.

„Die Beschäftigten der Kliniken im Land Brandenburg fordern, dass 28 Jahre nach der Deutschen Einheit ihre Arbeitsleistung anerkannt und wie in Westdeutschland bzw. in Berlin materiell vergütet wird“, so Ralf Franke, der ver.di-Verhandlungsführer.

„Die Krankenhäuser und Kliniken bekommen auch im Land Brandenburg ihre Krankenhausleistungen von den Krankenkassen in gleicher Höhe wie in Westdeutschland und Berlin vergütet. Es gibt daher keinen Grund, den Beschäftigten in Brandenburger bzw. in ostdeutschen Krankenhäusern weniger zu bezahlen. Die Tarifmauer muss endlich weg“, so fasst Ralf Franke von ver.di die Forderung der Tarifkommissionen zusammen.