Gesundheit und Soziales

    Pflegekräfte haben eine angemessene Vergütung verdient

    Asklepios Fachkliniken Brandenburg

    Pflegekräfte haben eine angemessene Vergütung verdient

    Nächste Streikwelle bei den Asklepios Fachkliniken Brandenburg ab 15. November 2021
    Warnstreik bei den Asklepios Fachkliniken Brandenburg am 12.08.2021 in Potsdam ver.di Nächste Streikwelle bei den Asklepios Fachkliniken Brandenburg ab 15. November 2021


    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die nichtärztlichen Mitarbeiter/innen der Asklepios Fachkliniken an den Standorten in Brandenburg (Havel), in Teupitz und in Lübben und in 10 Tageskliniken ab Montag, dem 15. November 2021 für sieben Tage zum Streik aufgerufen. Bei der sechsten Verhandlungsrunde am 8. November 2021 konnte keine Einigung erzielt werden. Asklepios hatte den Kompromissvorschlag von ver.di zur Anhebung der monatlichen Entgelte ab 1. April 2022 auf ein Niveau in Höhe von nur 95 Prozent des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) abgelehnt. Asklepios ist nicht bereit, den nichtärztlichen Beschäftigten in Brandenburg die 95 Prozent von den monatlichen Entgelten der nichtärztlichen Beschäftigten bei Asklepios in Hamburg und in Göttingen zu zahlen. Die Ärztinnen und Ärzte bei den Asklepios Fachkliniken in Brandenburg erhalten stattdessen mit einem Tarifvertrag der Ärztegewerkschaft Marburger Bund schon 100 Prozent des Flächentarifvertrages für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern.

    Nach dem letzten Tarifangebot von Asklepios wurde für die Pflegekräfte ohne Ausbildung (Entgeltgruppe P1) in Wechselschichtarbeit mit mindestens 15jähriger Beschäftigungszeit ab April 2022 ein monatliches Entgelt in Höhe von 73 Prozent im Vergleich zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) und somit nur 73 Prozent von dem Entgelt, was Asklepios in Hamburg den Pflegekräften zahlt, angeboten.  „Auch die Pflegekräfte ohne eine dreijährige Ausbildung haben eine angemessene Vergütung verdient, da ist das Tarifangebot von Asklepios nicht ausreichend“, so Ralf Franke, der ver.di-Verhandlungsführer.

    Für die Pflegefachkräfte in der Psychiatrie in Wechselschichtarbeit mit 15jähriger Beschäftigungszeit wurden nach dem letzten Tarifangebot von Asklepios ab April 2022 ein monatliches Entgelt in Höhe von nur 93 Prozent vom monatlichen Entgelt des Tarifvertrages für öffentlichen Dienst (TVöD) angeboten. Nach dem Tarifangebot von Asklepios soll die Jahressonderzahlung weiterhin mindestens 15 Prozent niedriger ausfallen als nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) und somit mindestens 15 Prozent niedriger als bei Asklepios in Hamburg und in Göttingen. „Die Pflegefachkräfte leisten bei Asklepios im Land Brandenburg die gleiche Arbeit wie bei Asklepios in Göttingen und in Hamburg. Daher steht den Beschäftigten 31 Jahre nach der deutschen Einheit auch das gleiche Entgelt wie in Göttingen und Hamburg zu. Bei den Ärzten geht es ja auch. Warum nicht bei der Pflege?“ - so Ralf Franke, der ver.di-Verhandlungsführer.

    Das Management will die Beschäftigten in Brandenburg für die gleiche Arbeit mit teilweise bis zu 10.600 Euro weniger pro Jahr auch in den kommenden Jahren deutlich schlechter bezahlen als in seinen Hamburger Kliniken. In Hamburg bezahlt das Management den rund 12.500 Asklepios-Beschäftigten den Tariflohn nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Die Gewerkschaft ver.di ist nicht länger bereit, bis zu mehr als 20 Prozent Lohnunterschied zu den Tariflöhnen, die bei Asklepios-Kliniken im Hamburg gelten, zu akzeptieren. Die Beschäftigten wollen in Brandenburg zu den gleichen Konditionen arbeiten und bezahlt werden wie ihre Asklepios-Kolleginnen und Kollegen in Hamburg. Die Bezahlung der Krankenhausleistungen und der Leistungen der psychiatrischen Krankenhäuser ist bundesweit einheitlich geregelt. Es gibt also keine wirtschaftliche Rechtfertigung dafür, die Krankenhaus- und Psychiatriebeschäftigten in Ostdeutschland schlechter zu bezahlen als in Westdeutschland und ihnen den TVöD zu verweigern, so wie es Asklepios derzeit tut. Der Abstand zu den Tarifentgelten beim Städtischen Klinikum Brandenburg, beim Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam und bei den Vivantes-Kliniken und bei der Charité in Berlin ist genauso hoch wie zu den Asklepios Kliniken in Hamburg.

    Die Behauptung von Asklepios, zuletzt eine Tariferhöhung in Höhe von bis zu 18 Prozent angeboten zu haben, ist nicht zutreffend. So beträgt bei den Pflegefachkräften in der Psychiatrie in Wechselschichtarbeit mit mindestens 15jähriger Beschäftigungszeit die von den Arbeitgebern vorgeschlagene Tarifsteigerung der monatlichen Entgelte in zwei Schritten bis zum 1. Juni 2023 nur 8,7 Prozent.  Damit würde zum 1. Juni 2023 ein Entgeltniveau in Höhe von rund 96 Prozent des TVöD erreicht. Eine Tarifsteigerung von bis zu 18 Prozent wurde nicht angeboten. Die Beschäftigten in nicht-medizinischen Berufen erhielten demnach in zwei Schritten bis zum 1. Juni 2023 nur 4,1 Prozent Tariferhöhung.

    Am 16. November 2021 werden die Tarifverhandlungen in Berlin fortgesetzt.